In Nürtingen geboren – in Auschwitz ermordet: Anton Köhler

von Manuel Werner, Nürtingen

Erinnerung an die Nürtinger Opfer des Porajmos und der Verfolgung, gestaltet von Schülerinnen des Max-Planck-Gymnasiums Nürtingen, Foto: Manuel Werner
Erinnerung an die Nürtinger Opfer des Porajmos und der Verfolgung, gestaltet von Schülerinnen des Max-Planck-Gymnasiums Nürtingen, Foto: Manuel Werner
Anton Köhler, Foto: Johanna Nägele, Bildrechte: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Heidelberg.
Anton Köhler, Foto: Johanna Nägele, Bildrechte: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Heidelberg.

Anton Köhler kam am 19. September 1932 in Nürtingen zur Welt. Seine Eltern waren Josef und Hilda Köhler, geborene Winter.[1]  Es war eine kinderreiche Familie, in die Anton hineingeboren wurde. Sie gehörte den Sinti an und war römisch-katholisch. Die Geschwister von Anton Köhler hießen Josef (1925), Waltraud (1926), Johanna (Jahrgang 1928), Franz (Jahrgang 1930), Olga (Jahrgang 1933), Elise (Jahrgang 1935) und Johann Köhler (Jahrgang 1936). Alle Kinder waren an einem anderen Ort in Süddeutschland zur Welt gekommen. Dies ist ein Hinweis darauf, dass die Eltern zur Zeit der Geburten der Kinder zumindest saisonweise ihren Lebensunterhalt ortsungebunden verdienten. 1926 hatten die Eltern standesamtlich geheiratet, ihr damaliger Wohnort war in Heilbronn in den Brückentorwiesen. Als Beruf wurde für beide bei der Heirat "Händlerin" bzw. "Händler" eingetragen.

 

Für die Nazis war Anton Köhler ein „Zigeunermischlingskind

 

Bereits gut vier Monate nach der Geburt von Anton Köhler kam Adolf Hitler an die Macht. Bald wurde Anton Köhler  von den nationalsozialistischen Behörden als „Zigeunermischlingskind“ etikettiert und deswegen verfolgt.[2]  Er war für sie ein Teil eines von ihnen auf Grundlage pseudowissenschaftlicher Arbeiten postulierten "Zigeunerbastardproblem[s]".[3] Dr. Robert Ritter (1901-1951), der Leiter der "Rassenhygienischen und Kriminalbiologischen Forschungsstelle des Reichsgesundheitsamtes", forderte im Rundbrief vom 31. Oktober 1936 alle deutschen Pfarrer auf, ihm Auszüge aus „alten oder neuen Familienregistern“ zu schicken, in denen - wie sie es nannten - „Zigeunerfamilien“ verzeichnet waren.[4] 

Restlose Ausmerzung und Unschädlichmachung“ - eine Wohlfahrt?

 

Im September 1937 heißt es in den „Blättern der Wohlfahrtspflege in Württemberg“ unter der Überschrift „Kampf gegen asoziale Zigeuner“ unmissverständlich: „So stellt die Zigeuner- und Asozialenfrage ein schweres Problem dar, das im Sinne der restlosen Ausmerzung und Unschädlichmachung aller gemeinschaftsuntauglichen und sozial und rassisch minderwertigen Elemente gelöst werden muss.“[5]  

Am 7. November 1938 trat der Heimerlass des Württembergischen Innenministers in Kraft. Als „zigeunerische und zigeunerähnlich“[6] eingestufte Kinder wurden demnach aus verschiedenen Heimen in das abgelegene katholische Heim St. Josefspflege in Mulfingen bei Künzelsau verlegt, wohin künftig alle so genannten „zigeunerischen“ [7] Kinder und Jugendlichen eingeliefert werden mussten. Nach der Festnahme und "Deportation" ihrer Eltern übergab die Polizei routinemäßig deren verängstigten und verstörten Kinder in Heime wie die St. Josefspflege.[8] Auch Anton Köhler und seine sieben Geschwister  trennte man spätestens im Jahr 1940 zwangsweise von seinen Eltern. 

Das Schicksal der Eltern

Auschwitz-Birkenau, elektrischer Hochspannungszaun, "Zigeunerlager", heute, Foto: Eugen Wahl, alle Rechte vorbehalten!
Auschwitz-Birkenau, elektrischer Hochspannungszaun, "Zigeunerlager", heute, Foto: Eugen Wahl, alle Rechte vorbehalten!

Der Vater von Anton, Josef Köhler, geboren am 19.02.1887 in Ebersweier, wurde vermutlich unmittelbar danach in „Haft“ genommen. Am 04.07.1941 wurde er in das Konzentrationslager Dachau zwangsverschleppt, als sein vorheriger Wohnort ist in den Unterlagen des KZ Dachau Niederhofen bei Allmendingen beziehungsweise in der Region Ehingen angegeben. Als sein Beruf ist im KZ Dachau "Hilfsarbeiter, Tagelöhner" eingetragen. Wie die anderen Sinti war er der Kategorie "Arbeitszwang, Reich" zugeordnet. Er musste hinfort den schwarzen Winkel an seiner Häftlingskleidung tragen und wurde im KZ von einer Person und Persönlichkeit zu einer Nummer gemacht, in diesem Fall zu "26596". An einem uns bislang noch nicht bekannten Zeitpunkt wurde er ins KZ Buchenwald überstellt und erhielt dort die "Haftnummer 31007". Am 07.07.1942 wurde er von dort wieder in das KZ Dachau überführt. Doch schon etwas mehr als drei Monate später wurde er als nicht mehr arbeitsfähig "ausselektiert". Mit einem so genannten "Invalidentransport" wurde er am 14.10.1942 in das Schloss Hartheim bei Alkoven in Österreich überführt, das für „Euthanasie“-Morde verwendet wurde. Noch am selben Tag wurde er dort vergast und verbrannt. Dieses Schicksal mussten an diesem Tag noch weitere 100 "Mithäftlinge" erleiden. In seiner Sterbeurkunde gilt er als am 17.11.1942 "gestorben", sie ist jedoch durch eine verschleiernde Terminangabe gefälscht.[10] Am 16. September 1942 hatte der „Reichsführer-SS und Chef der Deutschen Polizei“, Heinrich Himmler, für Sinti und Roma und als "Zigeunermischlinge" Eingestufte den so genannten „Auschwitz-Erlass“ angeordnet, deren Einweisung in das „Zigeunerlager“ in Auschwitz-Birkenau „ohne Rücksicht auf den Mischlingsgrad“ umzusetzen war. Damit war das Los der Sinti und Roma im Machteinfluss der Nationalsozialisten besiegelt, wie man an Josef Köhler sieht, der keinen Monat später tot war.

 

Die Mutter von Anton Köhler, Hilda Köhler, geboren am 13.11.1897 in Blankenbach, "Häftlings"nummer Z-4670. wurde am 15. März 1943 nach Stuttgart beordert und von dort aus zusammen mit 234 anderen Sinti und auch Roma in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau zwangsverschleppt. Der Güterzug kam nach 53 Stunden in Auschwitz an. Dort wurde sie ermordet.[11] Da ihre Kinder ihr bereits einige Zeit zuvor weggenommen worden waren, ist zu vermuten, dass sie bereits vorher anderenorts ihrer Freiheit beraubt war oder deren Lebenssituation desolat war.

 

Im Waisenheim St. Josefspflege Mulfingen

Die St. Josefspflege in MulfingenFoto: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Heidelberg, alle Rechte vorbehalten!
Die St. Josefspflege in Mulfingen, Foto: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Heidelberg, alle Rechte vorbehalten!

In einer Liste der St. Josefspflege in Mulfingen vom 1. Juli 1942 sind die sechs jüngsten Kinder aufgeführt. Anton Köhler war zu dieser Zeit neun Jahre alt. Seine sechs Jahre ältere Schwester Waltraud Köhler war vermutlich bereits vorher dort eingewiesen worden und zu jener Zeit nach ihrer Schulentlassung bereits an eine Bauernfamilie vermittelt worden, der Älteste, Josef Köhler, eventuell auch, was dazu beitrug, dass beider Leben gerettet wurde. Ebenfalls auf dieser Liste ist ein zweiter Sinti-Junge mit dem identischen Namen Anton Köhler, geboren in Ravensburg, zu finden, der dort als "Anton 2" bezeichnet wurde. Die Fürsorgezöglinge standen unter der Aufsicht der so genannten "Barmherzigen Schwestern" oder umgangssprachlich "Grauen Schwestern" des Klosters Untermarchtal, die auch Vinzentinerinnen oder Filles de la Charité genannt werden (offiziell lateinisch: Societas Filiarum Caritatis a S. Vincentio de Paulo). Zu jener Zeit trugen sie noch eine große, weiße, "zweiflügelige" Haube, die „Cornette“. Die älteren Kinder mussten neben dem Unterricht in der Wäscherei, der Bäckerei und der Landwirtschaft "hart" arbeiten. Auch die Erziehung sei "streng, die Verpflegung - trotz gefüllter Vorratskeller - dürftig gewesen."[12]

Anfangs hatten einige Kinder des Heimes noch Briefe von Eltern bekommen, "aber nur Grüße. alles andere war durchgestrichen", wie sich Amalie Schaich geborene Reinhardt (Jahrgang 1929), eine der wenigen Überlebenden der "Sinti-Kinder von Mulfingen" erinnert. "Da hab ich die Schwester gefragt: 'Warum schicken sie uns denn solche Briefe, in denen alles durchgestrichen ist?' Damals habe ich ja schon einiges gehört gehabt von den Zuständen im KZ. 

In Mulfingen wurden wir des öfteren von einem Mann und einer Frau aufgesucht. Sie kamen vom Rassenhygiene-Insititut in Berlin... Die Frau war Eva Justin. Der Mann war Dr. Ritter."[13] 

 

Sieben der Geschwister Köhler, vorne rechts Anton Köhler. Nur Waltraud, hinten Mitte, und Josef, nicht auf dem Bild, überlebten, Foto: Johanna Nägele, Bildrechte:
Sieben der Geschwister Köhler in der St. Josefspflege in Mulfingen, vorne rechts Anton Köhler. Nur Waltraud, hinten Mitte, und Josef, nicht auf dem Bild, überlebten, Foto: J. Nägele, Bildrechte: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma
Kinder und Schwestern der St. Josefspflege, Foto: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Heidelberg, alle Rechte vorbehalten!
Kinder und Schwestern der St. Josefspflege, Foto: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Heidelberg, alle Rechte vorbehalten!

"Untersuchungsobjekt"

 

Der wahrscheinlichste Grund, weshalb die zu Waisen gemachten Kinder trotz des Auschwitz-Erlasses bis 1944 im Heim verblieben und vorerst von der „Deportation“ ausgenommen waren, bestand darin, dass Eva Justin (1909-1969), die engste Mitarbeiterin von Dr. Robert Ritter, die Mulfinger Sinti- und Jenischenkinder noch als Untersuchungsobjekte „benötigte“, unter anderem für ihre Doktorarbeit. Sie hatte eine Krankenschwestern-Ausbildung und war unter Dr. Ritter für die "Rassenhygienische und Kriminalbiologische Forschungsstelle des Reichsgesundheitsamtes" tätig.[14]  Eva Justin war von Sinti bereits in den Jahren zuvor "Loli Tschai" genannt worden, wohl wegen ihrer Haarfarbe und ihrer angelernten Romanes-Kenntnisse, die eines der Sinti-Kinder von Mulfingen, von Justin in ihrer Doktorarbeit wie die anderen Sinti-Kinder nur mit ihrem Sinti-Namen „Rutla“ genannt, als „Polizei-Romanes“ bezeichnete.[15] 

Eva Justin oder Sophie Erhardt untersucht ein Sinti-Kind auf angenommene rassische Merkmale, April 1938, aufgenommen von der Kripo Stuttgart, Bundesarchiv, Bild 146-1989-110-31 / CC-BY-SA
Eva Justin oder Sophie Erhardt untersucht einen jungen Sinto auf angenommene rassische Merkmale, April 1938, aufgenommen von der Kripo Stuttgart, Bundesarchiv, Bild 146-1989-110-31 / Wikimedia Commons-Lizenz: CC-BY-SA

Wenn Dr. Ritter und sie zum ersten Mal bei Sinti-Familien auftauchten, um sie und ihre Verwandtschaftsverhältnisse zu erfassen und nach „Mischlingsgrad“ zu kategorisieren, war stets Polizei dabei gewesen.[16]  Eine Betroffene erinnerte sich: „Zu dem Ritter und der Justin, zu den Rassenforschern, da mußten wir alle hin… Sie haben uns alles vermessen…Da war eine alte Frau, die war schon über 70 Jahre alt, die haben sie auch befragt. Die Rassenforscher waren aber mit ihrer Antwort nicht zufrieden…  Da haben sie sie mit eiskaltem Wasser übergossen, immer wieder. Die Frau blieb fest… Das war auf dem Polizeipräsidium…“.[17]  Wie ihr Chef Dr. Robert Ritter ging Eva Justin von einer genetischen Festlegung "asozialen" und "kriminellen" Verhaltens aus. Die Erziehung in dem katholischen Heim durch die Schwestern und die Lehrerin lehnte sie als "artfremd" ab. Sie sah die Kinder nur als "Untersuchungsgut" und lockte sie mit Schokolade und anderen Süßigkeiten, die ansonsten kaum verfügbar waren. Außerdem sprach sie die Kinder in Romanes an, um sie mitteilsam zu machen, obwohl die Schwestern den Kindern verboten hatten, diese Sprache im Heim zu sprechen: „Kinder, wir sind hier nicht in Zigonesien!  Hier wird Deutsch geredet!“. [18]  Mit Dr. Ritter hatte Eva Justin bereits Jahre zuvor Verfahren ausgearbeitet gehabt, wie diese Menschen gutachterlich zu erfassen und für die Kripo zu klassifizieren waren. 

Fotos oben:

  • links: ein Polizist mit Peitsche oder "Farrenschwanz" und Dr. Robert Ritter, 1936,
  • Mitte: Eva Justin und ein von der NS-Propaganda für das Foto ausgesuchter Sinti-Junge, 1936,
  • rechts: Eva Justin klassifiziert die Augenfarbe einer Sintiza, 1936. Es handelt sich jeweils um Ausschnitte. 

    So hatte es angefangen. So waren auch die Sinti-Kinder und ihre Eltern Jahre zuvor untersucht, eingeordnet und auf ihre Verwandtschaft hin bespitzelt worden. Auf der Grundlage dieser Daten  baute danach ihre Verfolgung und Ermordung auf.
Angela W. geborene Reinhardt, Foto: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Heidelberg, alle Rechte vorbehalten!
Angela W. geborene Reinhardt, Foto: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Heidelberg, alle Rechte vorbehalten!

So war Angela W. geborene Reinhardt (Jahrgang 1934), wie Amalie Schaich geborene Reinhardt eine Überlebende der Sinti-Kinder des Heimes, von Eva Justin und Dr. Robert Ritter wie Anton Köhler als "Zigeuner-Mischling (+)" bzw. "ZM+" klassifiziert worden. Dies kam einem Todesurteil gleich, denn so genannte "Zigeunermischlinge" wurden stärker verfolgt als sogenannte "jüdische Mischlinge". Diese unsäglichen Begriffe sind nach der Denkweise und Sprache der Nazis zitiert, die neben unterschiedlichen Ausprägungen von "Zigeunermischlingen ", "Vollzigeuner", "Halbjuden", "Mischlinge ersten Grades" bzw. "Vierteljuden" oder "Mischlinge zweiten Grades" postulierten. Die meisten der als "Vollzigeuner" eingestuften Sinti waren, anders als es die Praxis gegenüber jüdischen Opfern war, vorerst von der Ermordung ausgenommen gewesen, wurden aber an bestimmten Plätzen interniert. Angela W. geborene Reinhardt war in den Wäldern um Burladingen und Winterlingen, in denen sie sich ab Oktober 1939 mit ihrem einarmigen Vater Franz Reinhardt und ihrer Ziehmutter Appolonia Krämer vor der Verfolgung über längere Zeit versteckt gehalten hatte, gestellt, aufgegriffen, ihnen entrissen und in ein Heim in Leutkirch und später Mulfingen eingewiesen worden. Eva Justin stufte sie kurz nach ihrer "Festnahme" in ihrem "Rassengutachten" in Hechingen als "ZM+" ein. „ZM+“ bedeutete in der Definition der NS-"Rassenhygieniker": "Zigeuner-Mischling mit vorwiegend zigeunerischem Blutanteil".[19]  Eva Justin unterteilte die Kinder der St.- Josefspflege in "Jenische", in „Vollzigeuner“ (Z), "Zigeunermischlinge" (ZM+, ZM-, MZ) wie auch in "Deutsche", als ob Sinti und Jenische keine Deutschen gewesen wären. Auch die "Zigeunermischlinge"  hatten nicht mehr lange zu leben. Wie es den jenischen Kindern erging, ist noch nicht überzeugend geklärt. Eva Justin schrieb in ihrer Doktorarbeit zu den Kindern der St-Josefspflege: "In einem ländlichen, ganz abseits gelegenen Heim, in dem z. Z. alle württembergischen Zigeunerkinder, die ihren Eltern abgenommen wurden, zusammen mit Jenischen1) und einem kleinen Teil deutscher Fürsorgezöglinge unter relativ günstigen Umständen aufwachsen, lebte ich sechs Wochen mit den Kindern, führte psychologische Untersuchungen durch und beobachtete sie vor allem in ihren Reaktionen auf die ihnen artfremde Erziehung.“.[20] Als Angela W. geborene Reinhardt in der St. Josefspflege in Mulfingen Eva Justin sah, erinnerte sie sich: "Als ich die rotblonden Haare sah, erkannte ich sie sofort wieder: Es war die Frau, die mich damals in Hechingen untersucht hatte. Die Rassenforscherin Eva Justin. Wir Kinder wurden von ihr angelockt und als Versuchskaninchen für ihre Doktorarbeit missbraucht. Auch ich wurde von ihr fotografiert und gefilmt. Auch musste ich diese dummen Spiele mitmachen...". [21] Amalie Schaich geborene Reinhardt schildert hierzu: "Sie hat die Kinder immer mit Süßigkeiten angelockt, daß sie sich photographieren lassen. Ich habe mich dagegen gewehrt, weil ich das Gefühl hatte, daß man uns mit diesen Versuchen vor den anderen herabsetzen wollte. Der Dr. Ritter und das Fräulein Justin haben uns ja behandelt, als wenn wir nicht ganz normal wären. Daß wir Sinti-Kinder genauso intelligent sind, das paßte nicht in ihre Köpfe. Damals waren wir doch schon vierzehnjährige Mädchen, aber wir mußten immer diesen Kinderkram machen. Zum Beispiel haben sie uns bunte Glaskugeln gebracht. Daraus sollten wir dann Ketten machen, wegen der Farbzusammenstellung. Aber was sollte das denn? Das war doch lächerlich. Einmal ist ein Schulrat aus Crailsheim gekommen, der hat sich alle Zeugnisse durchgeschaut. Und dann hat er mich aufgerufen. Der konnte überhaupt nicht fassen, daß eine 'Zigeunerin' so ein gutes Zeugnis hatte. Deshalb hat er mich geprüft und alle Fächer abgehört. Aber dafür gab es kein Lob, nichts hat er gesagt. Bloß seine schmalen Augen, die haben mich immer so gemustert, daß ich mir vorkam wie ein Mensch zweiter Klasse“.[22] Film- und Fotoaufnahmen der Kinder, die von Dr. Robert Ritter und Eva Justin angefertigt wurden und teils erhalten sind, muss man kritisch sehen, wie dies auch obige Zitate nahe legen. Sie sollen beweisen, was für die beteiligten "Rasseforscher" und "Rassenhygieniker" von vorneherein feststand: dass die Sinti-Kinder als "schwachsinnige Strolche“[23] einzustufen sind, die aus genetischen Gründen asozial, dumm und unverbesserbar seien. Eva Justin sieht sie in ihren Worten als eine "fremdrassige[n], am ehesten noch mit unpfleglichlebenden Wildbeuterstämmen zu vergleichende Menschengruppe".[24] Die Tätigkeiten der Kinder und die Auswahl der Filmszenen stehen unter dieser Prämisse. So empfiehlt sie in ihrer Doktorarbeit: "Erziehen wir einen Zigeuner, und läßt er sich in deutschen Verhältnissen überhaupt halten, so bleibt er infolge seiner mangelhaften Anpassungsfähigkeit in der Regel doch mehr oder weniger asozial... Alle Erziehungsmaßnahmen für Zigeuner und Zigeunermischlinge, einschließlich jeder Form der Fürsorgeerziehung oder Erziehungsfürsorge sollten daher aufhören."[25]

Wie es den jenischen Kindern der St. Josefspflege in Mulfingen erging, bzw. den von den Nazis als "jenisch" eingestuften, scheint noch kaum erforscht zu sein.

Kinder des St. Josefspflege, links ist Angela W. geb. Reinhardt, vermutlich sind auch ein paar der "Köhler-Mädchen" zu sehen, Foto: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma
Eine Schwester und Kinder des St. Josefspflege, das Mädchen links ist Angela W. geb. Reinhardt, vermutlich sind auch ein paar der "Köhler-Mädchen" zu sehen, Foto: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Heidelberg, alle Rechte vorbeh.

Wie Verbrecher erfasst

 

Kripo- oder Gestapo-Beamte aus Stuttgart kamen im Januar 1944 in die St. Josefspflege und erklärten der Schwester Oberin Eutychia, sie hätten den Auftrag, die Personalien der "Zigeunerkinder" zu überprüfen. Doch sie erfassten die Sinti-Kinder erkennungsdienstlich und erstellten Haftunterlagen, wie nach einer Festnahme aufgrund einer Straftat oder des Verdachts einer Straftat. Dies geschah, weil die Kinder für Auschwitz-Birkenau vorgesehen waren, was den Kindern aber tunlichst nicht bekannt werden sollte. Es wurde auch der Fingerabdruck des rechten Zeigefingers hergestellt.[26]

Der vorgetäuschte "schöne Ausflug" mit dem Bus

Bus der Deutschen Reichspost, wie er für die Sinti-Kinder und für Euthanasie-Opfer eingesetzt wurde, Wikimedia Commons, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported
Bus der Deutschen Reichspost, wie er für die Sinti-Kinder und für Euthanasie-Opfer eingesetzt wurde, Wikimedia Commons, CC-BY-SA-Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

Nach Abschluss der Untersuchungen von Eva Justin und ihrer Doktorarbeit überführten Polizisten aus Künzelsau, Kripo aus Stuttgart, Sicherheitspolizisten und Waffen-SS-Männer Sinti-Kinder aus der St. Josefspflege am 9. Mai 1944 unter dem Vorwand, es gehe auf einen schönen Ausflug, in das „Zigeunerlager“ des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Die kleineren Kinder freuten sich über gehäkelte Säckchen, die man oben zuziehen und aufmachen konnte und einen Apfel enthielten, wie Angela W. vom Fenster des Schlafraumes aus beobachtete.

Doch die älteren Kinder ließen sich nicht täuschen, sie wollten nicht in den Postbus einsteigen, der sie zum Bahnhof bringen sollte. Die kleineren Kinder hatten vorher von Pfarrer Alois Volz in der Hauskapelle die Notkommunion empfangen gehabt. Außerdem waren vier Kinder bereits am 21. April 1944 in das „Zigeunerlager“ Auschwitz-Birkenau eingewiesen worden. Beides war manchen Kindern nicht verborgen gewesen und die älteren Kinder hatten daraus ihre Schlüsse gezogen.

Johanna Köhler, Foto: Johanna Nägele, Bildrechte: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Heidelberg
Johanna Köhler, Foto: Johanna Nägele, Bildrechte: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Heidelberg

„Warum muss ich sterben, ich bin doch noch so jung?

 

Die damals 16jährige Johanna Köhler, eine Schwester von Anton Köhler, warf sich kurz vor ihrer „Deportation“ auf ihr Bett und fragte weinend: „Warum muss ich sterben, ich bin doch noch so jung?“.[27] Ein jüngeres Mädchen fragte bei ihrem Abtransport misstrauisch: "Warum müssen wir denn in ein Lager, wir können doch nicht schaffen wie unsere Eltern, wir sind doch noch so klein?".[28]  An beide klagende Äußerungen erinnerte sich deren Lehrerin Johanna Nägele, die die Kinder in der St. Josefspflege unterrichtet hatte. Zur Beruhigung der Kinder fuhr Johanna Nägele und die Schwester Oberin Eutychia einen Teil der Strecke mit.

Am 9. Mai 1944 stieß Adolf Scheufele, der Leiter der „Dienstelle für Zigeunerfragen“ bei der Kriminalpolizeileitstelle Stuttgart, in Crailsheim hinzu, bis der Waggon mit den Kindern in Crailsheim um 18.44 Uhr abgefahren war.[29] Doch Kriminalassistentin Kienzle aus Esslingen überwachte weiterhin alles vor Ort vom 9. bis zum 15. Mai 1944. Als Zweck der Fahrt nach Auschwitz trug Frau Kienzle „Transport von Zigeunerkindern mit mehreren Begleitern“ in ihre Reiseabrechnung ein.[30] Als sie von Auschwitz zurück fuhr, unterbrach sie ihre Dienstreise, um den Sonntag in Wien zu verbringen.[31] Am Bahnhof Künzelsau wurden die Kinder in einen "Gefangenenwagen", einen Waggon mit vergitterten Fenstern und abschließbaren Türen überführt. Den Kindern wurde bedeutet, sich nicht an den Fenstern zu zeigen. Die Lehrerin und die Schwester Oberin fuhren auch darin bis zum Bahnhof in Crailsheim mit. Dort stießen nach der Erinnerung von Amalie Schaich geborene Reinhardt, die Auschwitz überlebte, noch "drei kleine Kinder aus dem Kinderheim Hürbel und eine schwangere Frau mit zwei oder drei kleineren Kindern" hinzu, die von Angehörigen der Sicherheitspolizei herbeigeschafft wurden.[32] Die Waffen-SS übernahm den weiteren "Transport".[33]

 

Die Lehrerin der Kinder in der St. Josefspflege, Johanna Näge schrieb diesen Vermerk zu jedem der Kinder in der Schülerliste, auch zu Anton Köhler, Quelle: SWR Media Services, alle Rechte vorbehalten!
Die Lehrerin der Kinder in der St. Josefspflege, Johanna Nägele, schrieb diesen Vermerk zu jedem der Kinder in der Schülerliste, auch zu Anton Köhler, Quelle: SWR Media Services, alle Rechte vorbehalten!
In dem Schreiben der Kriminalpolizeileitstelle Stuttgart an das Landesjugendamt vom 14. Juni 1944 ist auch Anton Köhler, geboren in Nürtingen, aufgelistet, Bildrechte: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Heidelberg.
In dem Schreiben der Kriminalpolizeileitstelle Stuttgart an das Landesjugendamt vom 14. Juni 1944 ist auch Anton Köhler, geboren in Nürtingen, aufgelistet, Bildrechte: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Heidelberg.
Tor zum "Zigeunerlager" in Auschwitz-Birkenau heute, Foto: Michaela Saliari, alle Rechte vorbehalten!
Tor zum "Zigeunerlager" in Auschwitz-Birkenau heute, Foto: Michaela Saliari, alle Rechte vorbehalten!

In Auschwitz - der ultimative Horror

 

Am 12. Mai kamen die Kinder in Auschwitz an. Zusammen mit den Kindern aus den Heimen Baindt und Hürbel waren es laut der oben teilweise abgebildeten Akte der Kriminalpolizeileitstelle Stuttgart vom 14. Juni 1944 33 Heimkinder, die am 12. Mai 1944 von ihr "in das Zigeunerlager in Auschwitz eingewiesen" wurden, dazu laut Aussage von Amalie Schaich geborene Reinhardt die hochschwangere Sintiza, die Udo Grausam als Anna Reinhardt, geborene Winter, Jahrgang 1916 identifizierte. Die drei Kinder, die bei ihr waren, waren keine Heimkinder, sondern ihre Kinder. Es handelte sich um Erhard Reinhardt (Jahrgang 1938), Hildegard Reinhardt (Jahrgang 1941) und Sophie Reinhardt (Jahrgang 1935). Ob die drei kleinen Kinder aus dem Kinderheim Hürbel, die ebenfalls in Crailsheim dazugebracht worden waren, auf derselben Liste der Kripo Stuttgart standen oder zu den 33 dort für diesen "Transport" aufgelisten Kindern hinzu gerechnet werden müssen? Jedenfalls scheint die verknüpfte Anzahls- und Datumsangabe auf der Gedenktafel in der Josefspflege in Mulfingen, dass "aus der Gemeinschaft dieses Heimes ... am 9. Mai 1944 die hier lebenden 39 Sinti-Kinder" nach Auschwitz "deportiert" wurden, auf der Grundlage der für diesen Beitrag hier vorliegenen Informationen nicht zu stimmen, zudem wurden nicht alle Sinti-Kinder des Heimes "deportiert"..

 

Die Angekommenen wurden in das „Zigeunerlager“ im Vernichtungslager Auschwitz II in Birkenau eingewiesen, es war dem „Lagerabschnitt B II e“ zugeordnet. Anton Köhler erhielt die Lagernummer Z-9878 auf den Arm tätowiert. Die Kindern kamen in den „Block 16“. .[34] Amalie Schaich geborene Reinhardt schildert den ersten Eindruck: „Die kleinen Kinder und auch viele der großen Kinder haben geweint, als sie überall den Stacheldraht gesehen haben. Wir hatten ja keine Ahnung, wie ein Konzentrationslager aussieht. Das erste, was uns gesagt wurde, war:  ‚Wenn sie euch fragen, was da hinten ist‘ – gemeint war das Krematorium, wo meterhoch die Flammen herausschlugen – ‚das ist eine Bäckerei‘. Als ich im Zigeunerlager die abgemagerten Menschen gesehen habe, habe ich allmählich begriffen, an welch einen schrecklichen Ort wir gekommen waren. Zunächst waren wir jedoch froh, daß wir alle zusammen bleiben konnten und vor allem die kleineren Kinder das Gefühl hatten, durch die älteren beschützt zu werden. Denn ich muß sagen, daß sich von den Erwachsenen zunächst kein einziger um uns gekümmert hat, auch nicht der Blockführer“. [35]  Doch die Kinder blieben im Block 16 nur ungefähr 14 Tage zusammen, danach wurden sie getrennt. Die über Vierzehnjährigen verblieben in Block 16, die jüngeren – und damit Anton Köhler – kamen in den „Kinderblock“ bzw. "Waisenblock". 

Anna Reinhardt brachte eine gute Woche nach ihrer "Einlieferung" in Birkenau ihr Baby zur Welt, einen Jungen. Das Baby wurde keine vier Wochen alt, es "starb" bereits Mitte Juni 1944. Das war in dieser "Hölle" des ultimativen Horrors "normal".

"Grauenhaft gequält"

 

Von den älteren Kindern aus Block 16 wählte Dr. Josef Mengele vier Kinder für seine „bestialischen Versuche“ [36]  aus, auch mindestens eines der älteren Kinder aus der St- Josefspflege wurde von Mengele hierfür verwendet. Genaueres hierzu soll in diesem Beitrag mit Rücksicht auf Tabutraditionen nicht näher ausgeführt und deshalb einem der Zöglinge der St. Josefspflege hier nicht direkt zugeordnet werden. Wie Dr. Ritter und Eva Justin zuvor verteilte auch Dr. Mengele scheinheilig Bonbons an Sinti-Kinder: "Sie wußten nichts von seinen Funktionen bei den Gaskammern, nichts davon, daß wir bei jeder Visite zitterten... sie wußten nur von den Bonbons, die er brachte. Er hatte die Taschen voll und teilte sie einzeln aus. Spielerisch warf er sie den Kindern zu... Die Bonbons reichten nicht für alle, aber einmal kam jedes Kind an die Reihe, wenn nicht heute, dann morgen oder übermorgen. Sobald der Lagerarzt erschien, strahlten die Kinder. Ein Bonbon, und sie vergaßen ihr Leid."[37] Doch  Dr. Josef Mengele war kein Kinderfreund,  zusätzlich zu seinen grausamen Experimenten tötete er Sinti- und Roma-Kinder, Leichenteile und Gewebeproben versandte er zur wissenschaftlichen Auswertung. So ermordete er eine achtköpfige Familie allein deshalb, weil er an deren Augenpaaren mit ihren verschiedenfarbigen Regenbogenhäuten Interesse hatte. [38] 

Dr. Josef Mengele übersendet den Kopf eines 12jährigen Kindes aus dem "Zigeunerlager" Auschwitz 2 für histologische Schnitte, Sammlung des Archivs des Staatsmuseums Auschwitz-Birkenau, Oświęcim,
Lagerarzt Dr. Josef Mengele übersendet den Kopf eines 12jährigen Kindes aus dem "Zigeunerlager" Auschwitz 2, um daraus histologische Schnitte herzustellen, Quelle: Sammlung des Archivs des Staatsmuseums Auschwitz-Birkenau, Oświęcim, alle Rechte vorbeh.!
Karte des "Zigeunerlagers" im KZ Auschwitz II (Birkenau), erstellt von Maximilian Dörrbecker (Chumwa), Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 Generic
Karte des "Zigeunerlagers" im KZ Auschwitz II (Birkenau), erstellt von Maximilian Dörrbecker (Chumwa), Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 Generic

"Du gehst, und wir werden verbrannt!"

 

Die Kinder hatten Angst davor, lebendig verbrannt zu werden, zum einen sahen sie die Flammen aus dem Kamin des nahe gelegenen Krematoriums schlagen. Zum anderen gab es unter ihnen Augenzeugen sogar solcher Vorgänge. So schildert Amalie Schaich geborene Reinhardt:

 

"Von Andreas, einem gleichaltrigen Sinto-Jungen, habe ich damals gehört, daß er eines Nachts beobachtet habe, wie kleine Kinder in offenem Feuer verbrannt wurden. Er war ganz verstört, und wollte erst gar nicht mit der Sprache heraus. Er war damals 15 Jahre alt und zur Türwache im Block 16 eingeteilt... Eines Nachts weckte er mich, und ich konnte tatsächlich durch den Türspalt erkennen, wie kleine Kinder von SS-Männern auf brennende Scheiterhaufen geworfen wurden. Es war entsetzlich. Die Kinder schrien, und einige versuchten, wieder aus den Flammen herauszukriechen... Ich weiß nicht, wie viele Kinder in dieser Nacht verbrannt wurden. Es war so furchtbar, so schockierend für mich. Die SS-Männer trugen schwarze Uniformen mit einem Totenkopf. Das war im Mai 1944."[39] Amalie Schaich erinnert sich an die letzten Worte ihrer jüngeren Schwester Scholastika Reinhardt (Jahrgang 1933) bei ihrem letzten Zusammentreffen im „Kinderblock“: "Als ich meine jüngeren Geschwister das letzte Mal sah, da hat mein Schwesterle beim Abschied gesagt: ,Du gehst und wir werden verbrannt.’ Das waren die letzten Worte, die ich von ihr hörte. Das vergesse ich nie!".[40]

 

"Schwarzer Winkel", erstellt von Fibonacci, Lizenz:  Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported
"Schwarzer Winkel", erstellt von Fibonacci, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

Porajmos - "Das Geschrei verhallt in der Nacht"

 

Bis auf vier Überlebende – darunter Amalie Schaich geborene Reinhardt - sind alle „Mulfinger Sintikinder“, die "nach Auschwitz kamen", ermordet worden. Die drei überlebenden Mädchen und der überlebende Junge waren bei einer Selektion in Auschwitz als arbeitsfähig aussortiert worden. Die Mädchen kamen anschließend in das KZ Ravensbrück, der Junge in das KZ Buchenwald. Wie für Sinti in KZs üblich, waren sie mit dem "Schwarzen Winkel" markiert, das bedeutete für die Wachmannschaft: "Asoziale".

 

In der Nacht zum 3. August 1944 wurden die übrig gebliebenen Mulfinger Sintikinder aus dem Waisenblock mit über 2800 anderen Sinti und Roma vergast. Anton Köhler ist keine dreizehn Jahre alt geworden.

 

Lucie Adelsberger (1895-1971), eine jüdische Kinderfachärztin, die im Kinderkrankenblock des "Zigeunerlagers Auschwitz II" verwendet wurde, schildert deren schreckliches Ende:

 "Ehe ich zu meinen Kindern in den Waisenblock eilen konnte, war die Lagerstraße schon von schußbereiter SS abgesperrt, die in enggliedrigen Ketten zu beiden Seiten aufgepflanzt war. Schnell flüchtete ich zu den Kollegen in den Infektionsblock... In der Ferne fuhren Autos an, und verschwanden wieder in der Stille. Dann wurde das An- und Abfahren und das Bremsen immer deutlicher. Gegen halb 11 Uhr hielten sie vor unserem Block. War es soweit? Unser Tor blieb verschlossen. Es galt nicht uns sondern dem Waisenblock gegenüber. Wir hören die kurzen Befehle der SS, das Kreischen der Kinder. Ich erkenne die einzelnen Stimmen. Die älteren wehren sich hörbar, rufen um Hilfe, brüllen Verrat, Schufte, Mörder! Ein paar Minuten nur und die Autos fuhren davon, das Geschrei verhallt in der Nacht.

Nach einer knappen halben Stunde kehren die Wagen zurück...."[41]

Auschwitz, Gedenkstein auf Romani; "In Erinnerung an die Männer, Frauen und Kinder, die dem Nazi-Völkermord zum Opfer fielen. Hier liegt ihre Asche. Mögen ihre Seelen in Frieden ruhen." Foto: Michaela
Auschwitz, Gedenkstein auf Romani; "In Erinnerung an die Männer, Frauen und Kinder, die dem Nazi-Völkermord zum Opfer fielen. Hier liegt ihre Asche. Mögen ihre Seelen in Frieden ruhen." Foto: Michaela Saliari, alle Rechte vorbehalten
Erinnerung an Anton Köhler, Gedenktafel für die Mulfinger Sintikinder in der St. Josefspflege, die nach Auschwitz deportiert wurden, Foto (hier ein Ausschnitt), Foto: Manuel Werner
Erinnerung an Anton Köhler, Gedenktafel für die Mulfinger Sintikinder in der St. Josefspflege, die nach Auschwitz deportiert wurden, Foto (hier ein Ausschnitt), Foto: Manuel Werner

Wie der Völkermord an den Juden (Schoah) war der Porajmos ebenfalls ein aus "rassischen" Gründen verübter Völkermord. Die Nationalsozialisten sahen die Mehrheit der deutschen Sinti als "Zigeunermischlinge". 

 

Waltraud Köhler als Schulabgängerin in der St. Josefspflege war bei einer Bauernfamilie, als die Kinder "deportiert" wurden, Foto: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma
Waltraud Köhler (Dritte von links) als Schulabgängerin in der St. Josefspflege war bei einer Bauernfamilie, als die Kinder "deportiert" wurden, Foto: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Heidelberg, alle Rechte vorbehalten!

 

Entkommen, da nicht exakt registriert

 

Josef und Waltraud Köhler, die beiden ältesten Geschwister, waren zu jener Zeit nicht mehr im Kinderheim gewesen und überlebten anderenorts. Waltraud Köhler war nach ihrem Volksschulabschluss wohl schon vor dem Sommer 1942 andernorts als "Arbeiterin an eine Bauernfamilie" vermittelt worden[42], ihr Bruder Josef war älter als sie und deswegen ebenfalls nicht mehr im Heim. Sie entkamen wohl auch deswegen der „Deportation“, weil sie in den aktuellen Listen des Mulfinger Heimes nicht mehr geführt wurden, vor allem aber, weil sie bei der „Kriminalpolizeileitstelle Stuttgart (Dienststelle für Zigeunerfragen)“ nicht exakt registriert waren bzw. diese nicht um ihren Aufenthaltsort wusste oder sie sich wie Emil Reinhardt versteckt hatten, nachdem sie von der „Deportation“ ihrer Geschwister erfahren hatten. Nach der NS-Tyrannei blieben die beiden einzigen Überlebenden der einst so großen Familie Köhler völlig mittellos ohne jegliche Hilfe und Unterstützung. Waltraud Kerwin geborene Köhler wanderte nach Brasilien aus, kehrte aber Anfang der 90er-Jahre wieder nach Deutschland zurück. Sie zog nach Germersheim in die Nähe ihres Bruders Josef, litt zeitlebens "an den Folgen der damals erlittenen schweren seelischen Traumatisierung und Depressionen aufgrund der Verfolgung".[43] Dennoch ging sie oft als Zeitzeugin in Schulen. Im Juli 2010 starb sie und wurde in Germersheim bestattet.

Angela W. geborene Reinhardt, Foto: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Heidelberg, alle Rechte vorbehalten!
Angela W. geborene Reinhardt, Foto: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Heidelberg, alle Rechte vorbehalten!

Wer hat schon um diese Kinder geweint?

 

Angela W. geborene Reinhardt war als Angela Schwarz, nach dem Nachnamen ihrer leiblichen Mutter, die keine Sinteza war, in der Liste der St. Josefspflege verzeichnet.[44]  Sie hat die "Deportation" vom Schlafsaal aus beobachtet. Eine Ohrfeige der Schwester Agneta, die sie am Ohr aus der Reihe der angetretenen Kinder wegzog, und deren Befehl, sich sofort ins Bett zu legen, sich nicht mehr blicken zu lassen, mehr noch aber, dass sie nicht unter dem Nachnamen ihres Vaters, Reinhardt, in der Heimliste aufgeführt war, hatte die 10jährige vermutlich gerettet. [45]  56 Jahre später teilt Angela Reinhardt mit:

 

Ich bin jetzt 66 Jahre alt.

In allen Jahren meines Lebens musste ich immer wieder an die Zeit in der Heiligen St. Josefspflege und den Abschied von den Kindern denken. Ich kam nie davon los. Noch immer sehe ich den Bus vor mir, in den die Kleinen fröhlich einstiegen, die älteren Kinder aber weinend und mit Schlägen hineingedrängt wurden.

Wer hat schon um diese Kinder geweint? Und um die anderen Kinder, die in Hitlers Verbrennungsöfen endeten? Ich habe immer wieder um sie weinen müssen, in all den Jahren. Aber sie werden nicht mehr lebendig von meiner Trauer. Zurück bleibt die Erinnerung an eine fröhlich spielende Kinderschar, die von einem schönem Ausflug träumte.“ [46] 

 

Karrieren einiger Täter

 

Eva Justin, Dr. Rolf Ritter und Adolf Scheufele setzen ihre Karrieren nach der NS-Zeit fort, teils waren sie wieder für so genannte "Zigeunerfragen" zuständig, Adolf Scheufele sogar wieder bei der Kripo Stuttgart.

 

Anfänge des Gedenkens an den Porajmos in Auschwitz

 

Der erste Gedenkstein an den Porajmos in Auschwitz wurde von Sinti selbst inititiiert und umgesetzt.

Gedenktafel der Gedenkstätte der Sinti des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau, Foto: Michaela Saliari, alle Rechte vorbehalten!
Gedenktafel der Gedenkstätte der Sinti des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau, Foto: Michaela Saliari, alle Rechte vorbehalten!

 

1974, in der Anfangszeit der Sinti-Bürgerrechtsbewegung, ließen der Sinto Vinzenz Rose und O. Bamberger ein selbst finanziertes Mahnmal zur Erinnerung an die grauenhaft Gequälten, Vergasten und Ermordeten des „Zigeuner-Lagers“ errichten.

 

Erinnerung an die "deportierten" Sinti-Kinder - Die Gedenktafel und die heutige Gedenkkultur der St. Josefspflege

 

Fotos: Joachim Hahn, alle Rechte vorbehalten!

Namen von ermordeten Köhler-Kinder in der St. Josefspflege Mulfingen, Foto: Joachim Hahn, alle Rechte vorbehalten!
Namen von ermordeten Köhler-Kinder in der St. Josefspflege Mulfingen, Foto: Joachim Hahn, alle Rechte vorbehalten!

Der hiesige Landesverband Deutscher Sinti und Roma und der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma mit dem Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg hält die Erinnerung an die "Sinti- und Roma-Kinder von Mulfingen" wach. Auch der Schriftsteller Michail Krausnick erinnerte relativ früh an deren Schicksal.

Die St. Josefspflege Mulfingen gGmbH hat zusammen mit der "Bischof von Lipp Schule" eine beachtliche Gedenkkultur entwickelt, die nicht nur Worte, sondern auch Taten beinhaltet. Vergleichsweise bald brachte die St. Josefspflege eine nicht versteckte Gedenktafel an. Ebenfalls früh bemühte sie sich, Überlebende und Verwandte wie auch Vertretungen der Sinti und Roma miteinzubeziehen. So war Amalie Schaich in die St. Josefspflege geladen, um vor den Kindern über das Geschehene zu berichten. Auch Daniel Strauß, der jetzige Geschäftsführer des Landesverbandes Baden-Württemberg des Verbandes Deutscher Sinti und Roma war bereits früh zu Gedenkveranstaltungen eingeladen, zum 70. Jahrestag der "Deportation"  hielt er eine Ansprache.

 

70. Jahrestag der Deportation der Sinti und Roma-Kinder aus der St. Josefspflege Mulfingen

Die Gedenktafel an der St. Josefspflege am 70. Jahrestag der Deportation, Foto: Manuel Werner
Die Gedenktafel an der St. Josefspflege am 70. Jahrestag der Deportation, Foto: Manuel Werner
Anton Köhler - einer der Ermordeten
Anton Köhler

Auch am 70. Jahrestag der Deportation der Sinti und Roma-Kinder aus der St. Josefspflege Mulfingen nach Auschwitz entwickelte die St. Josefspflege zusammen mit dem Ort Mulfingen und der Kirchengemeinde eine würdige Gedenkveranstaltung. In der Kirche St. Kilian gestalteten Schülerinnen und Schüler der Bischof von Lipp Schule einen gut besuchten Gedenkgottesdienst mit, zu dem wie auch bei der nachfolgenden Gedenkstunde neben Repräsentanten des Verbandes Deutscher Sinti und Roma Landesverband B.W.e.V. auch der katholische Landesbischof Gebhard Fürst und Staatssekretär Klaus-Peter Murawski zugegen war. Die Kinder und Jugendlichen hatten in der Kirche Backsteine in Form einer lockeren Mauer aufgeschichtet und darin sechs Fotos von Sinti und Roma-Kindern der St. Josefspflege integriert, garniert mit sechs weißen Rosenblüten. Die Namen der Sinti und Roma-Kinder - und damit auch der des in Nürtingen geborenen Anton Köhler - wurden feierlich genannt. Hierbei entzündeten die Kinder jeweils eine Kerze und integrierten sie in die Mauer. Anschließend fand in der Aula der Bischof von Lipp Schule eine viel besuchte Gedenkstunde statt. Dort war auch die Ausstellung "Typisch Zigeuner" zu sehen, in der Formen des Antiziganismus aufgezeigt werden, die bis zum heutigen Tag verbreitet sind. Zusätzlich präsentierte die Schule in der Turnhalle eine Ausstellung der Schüler. In deren Mitte brannte eine Kerze, kreisförmig hatten die Jugendlichen Steine gelegt, auf denen jeweils ein Name eines der Sinti-Kinder geschrieben war. In der Ausstellung zeigten die Schüler ihre Auseinandersetzung und Dokumentation mit dem, was damals in der St. Josefspflege und in Auschwitz-Birkenau geschehen war. Tags darauf begannen Schüler der Bischof von Lipp Schule eine Fahrt nach Auschwitz, um vor Ort der Erinnerung und dem grausamen Geschehen nachzuspüren. So bleibt es nicht bei diesem einen Tag, zudem wurde diese Fahrt von langer Hand vorbereitet. In einem Projekt namens "Erziehung nach Auschwitz" beschäftigen sich die Jugendlichen ab der Jahrgangsstufe 7 mit der leidvollen Geschichte der Sinti-Kinder der St. Josefspflege. Die Bildungsreise nach Auschwitz dient der intensiven Auseinandersetzung mit diesem Geschehen. Das Motto des "Gedenkens" in der St. Josefspflege lautet: "Aus Vergangenheit und Gegenwart für die Zukunft lernen".[47] 

 

Auf der Fahrt nach Mulfingen fuhren Teilnehmer der Gedenkveranstaltung an einem Plakat der NPD vorbei, mit dem Text: "Geld für die Oma, statt für Sinti und Roma". Wird hier nicht wieder eine Minderheit nur auf Grund ihrer "ethnischen Zugehörigkeit" diskriminiert und ausgegrenzt und Stimmung gegen sie gemacht? 

Kontrastierend hierzu verlasen die Kinder in der Kirche St. Kilian unter anderem:

 

"Gedenken heißt:

Erschrecken vor den Möglichkeiten, schuldig zu werden - damals wie heute, aus Gedankenlosigkeit, aus Egoismus, aus Angst.

...

Gedenken wird fruchtbar:

Wo wir neue Wege der Begegnung und des Verstehens suchen."

(zitiert nach dem Faltblatt "des 70. Gedenktags" in Mulfingen vom 9. Mai 2014)

Anton Köhler als "Wächter der Erinnerung" in Nürtingen"

Die Holzskulptur zu Anton Köhler als "Wächter der Erinnerung" in Nürtingen kurz nach ihrer Enthüllung am 26. Juli 2015, Foto: Manuel Werner
Die Holzskulptur zu Anton Köhler als "Wächter der Erinnerung" in Nürtingen kurz nach ihrer Enthüllung am 26. Juli 2015, Foto: Manuel Werner

Am 26. Juli 2015 wurde der Nürtinger "Wächter der Erinnerung", der im Rahmen des Projektes Odyssey stellvertretend für alle NS-Opfer Nürtingens gewählt wurde, feierlich vor der Lutherkirche enthüllt.

 

Der Bildhauer Robert Koenig wählte Anton Köhler als Nürtinger "Wächter der Erinnerung".

 

Anton Köhler wurde keine dreizehn Jahre alt. Die Holzfigur zeigt ihn im fiktiven Alter von 21 Jahren.

 

Ein wie Anton Köhler in Nürtingen geborener Sinto entzündete vor der Enthüllung während des Redebeitrages zu Anton Köhler die Kerze vor einem Foto der Geschwister Köhler in Mulfingen.

 

Bei dem Denk Ort in Nürtingen, der am 9. November 2015 eröffnet wurde, wurde nach Anna Frank an Anton Köhler erinnert.

"Denk Ort" in Nürtingen an der Kreuzkirche

Denk Ort, Nürtingen, Erinnerung an Anton Köhler, bei Nacht, Foto: M.Werner
Denk Ort, Nürtingen, Erinnerung an Anton Köhler, bei Nacht, Foto: M.Werner - Bild per Klick vergrößerbar.

Herabwertende Propaganda-Aufnahmen der "Mulfinger Sintikinder", gedreht in Mulfingen von dem nationalsozialistischen Rassentheoretiker Dr. Robert Ritter, der die so genannte "Rassenhygienische Forschungsstelle (RHF)" leitete. 

Text: Manuel Werner, Nürtingen, Haupttext geschrieben 13. Februar 2013, Aktualisierungen und Erweiterungen auf Stand 27. Juli 2015, alle Rechte vorbehalten!

 

Zitiervorschlag. Manuel Werner (2013): In Nürtingen geboren – in Auschwitz ermordet: Anton Köhler, in: Nürtinger Opfer nationalsozialistischer Verfolgung.
Webseite der Gedenkinitiative für die Opfer und Leidtragenden des Nationalsozialismus in Nürtingen: http://ns-opfer-nt.jimdo.com, abgerufen am: XY.YX.20XY

 

(Fassung vom 13. Februar 2013 mit Aktualisierungen und Erweiterungen vom Stand 21. Mai 2014)

Hauptliteratur hierzu:

 

  • Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma (Hrsg.), Johannes Meister: Die „Zigeunerkinder“ von der St. Josefspflege in Mulfingen. Sonderdruck aus: I999. Zeitschrift für Sozialgeschichte des 20. Und 21. Jahrhunderts 2/87 (Johannes Meister hat bereits 1987 die Geschichte und das Schicksal der sogenannten "Sinti-Kinder von Mulfingen" dargestellt und zuvor erforscht, dies ist Grundlage aller weiteren Veröffentlichungen gewesen)
  • Michail Krausnick: Auf Wiedersehen im Himmel. Die Geschichte der Angela Reinhardt. Würzburg (Arena Verlag) 2012 (Auch dieses Buch erschien relativ früh und ist ebenfalls wesentliche Grundlage weiterer Veröffentlichungen gewesen, das angegebene Jahr markiert nur die hier verwendete Auflage),

Dank für Unterstützung an Ulla Schmitt (Landesverband Deutscher Sinti und Roma in Rheinland-Pfalz), Frank Reuter (Dokumentationszentrum Deutscher Sinti und Roma), Ines Evans (SWR Media Services GmbH), Albert Knoll, Archiv der KZ Gedenkstätte Dachau, Joachim Hahn, Plochingen, für Fotos aus Mulfingen, und Wojciech Płosa, Head of the Archive of the State Museum Auschwitz-Birkenau in Oświęcim.

 

Fotos steuerten zusätzlich zu einigen der oben Genannten bei: Michalea Saliari und Eugen Wahl, beide Nürtingen.

Pädagogische Tipps konkret zu diesem Beitrag: Hier klicken! 

Fußnoten und Quellenbelege: Hier klicken!

Bildlizenzen:

 

Foto: Eva Justin oder Sophie Erhardt untersucht ein Sinti-Kind auf angenommene rassische Merkmale, April 1938, aufgenommen von der Kripo Stuttgart, Bundesarchiv, Bild 146-1989-110-31 / CC-BY-SA, Creative Commons-Lizenz: Attribution-Share Alike 3.0 Germany, Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported, kurz.

 

Foto (Ausschnitt): Dr. Robert Ritter  und ein Polizist, Bundesarchiv, R 165 Bild-244-71 / CC-BY-SA,  Wikimedia Commons-Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Germany,  kurz.

 

Foto (Ausschnitt): Bundesarchiv, R 165 Bild-244-64 / CC-BY-SA, Wikimedia Commons-Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Germany, Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported, kurz.

 

Foto (Ausschnitt): Eva Justin, 1936, Bundesarchiv, R 165 Bild-244-72 / CC-BY-SA,  Wikimedia, Creative Commons-Lizenz: Attribution-Share Alike 3.0 Germany ,Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported, kurz.

 

Die Grafik des "Zigeunerlagers Auschwitz" stammt von Peppeg und ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.5 US-amerikanisch (nicht portiert) lizenziert, kurz.

 

Das Foto des Gedenksteins für die Mulfinger Sintikinder steht unter der Lizenz der public domain.

 

Die Grafik "Schwarzer Winkel" und das Foto des Busses auf dieser Unterseite ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported lizenziert, kurz.

 

Alle Fotos, bei denen Fotograf oder andere Rechteinhaber angegeben sind, und die nicht einer Creative Commons-Lizenz unterliegen oder in public domain sind, sind anders urheberrechtlich geschützt, alle Rechte vorbehalten!.

Daneben gibt es einige Fotos und Abbildungen, die eine Wikimedia Commons-Lizenz haben (Creative Commons Lizenz). Hierfür sind wir nicht die Rechteinhaber. Sie dürfen unter gewissen Bedingungen von jedem verwendet werden. Die bei den Fotos angegebenen Lizenzen werden über diese Links genauer erklärt: eine CC-BY-SA-Lizenz ist z.B. die Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Germany oder Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 UnportedGenaueres zur Lizenzierung siehe hier.

Ein zusammengefasster Beitrag erschien unter dem Titel "Wer hat schon um diese Kinder geweint?" am 15. Juni 2013 in der Nürtinger Zeitung. Detailreicher und exakter ist der auf dieser Website aufgeführte Beitrag.

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